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LebensAlter e.V. trifft Gerold Reichenbach, Kerstin Geis, Thomas Will und Jan Deboy

 

Der LebensAlter e.V. hat sein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen seit bald vier Jahr in Ginsheim realisiert.  Weiterhin will er aber auch die Voraussetzungen für neue Projekte dieser Art verbessern helfen. Diesem Ziel diente in der vergangenen Woche ein Besuch beim Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach, der Landtagsabgeordneten Kerstin Geis und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Jan Deboy.

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Landrat Thomas Will folgte seinerseits einer Einladung  zum Samstagsfrühstück mit der Hausgemeinschaft  des Wohnprojekts an der Schillerstraße. Zentrales Thema dieser Gespräche war der demografische Wandel. Dessen Merkmale sind die inzwischen auf dem Kopf stehende Alterspyramide sowie die daraus folgenden Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt. Verstärkte Anforderungen an berufliche Flexibilität und Mobilität gehören ebenso dazu wie veränderte Rollenbilder von Männern und Frauen und die wachsende Anzahl von Singles und alleinerziehenden Eltern. Vor diesem Hintergrund  geht es um Fragen der Altersvorsorge, von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, der Immobilien- und Mietpreise, des Gesundheitswesens, der Sozial-  und Familienpolitik. Neue Konzepte sind gefragt, mit deren Hilfe Probleme in diesen Bereichen  aufgefangen werden können.

 

Gemeinschaftliche Wohnprojekte etwa sind eine Antwort auf die allmähliche Auflösung  traditioneller Familienstrukturen.  Was in früheren Zeiten der Familienverband  leistete, muss zukünftig stärker von gut organisierten Nachbarschaften geleistet werden. Dies ist der Grundgedanke des gemeinschaftlichen Wohnens, wie es vom LebensAlter e.V. praktiziert wird. Seit seinem Bestehen wird das Wohnprojekt immer wieder von neu entstehenden Gruppen besucht, die sich die Ginsheimer Erfahrungen zunutze machen wollen. Auch auf der Ebene der Bundesländer können Informationen abgerufen werden. So hat kürzlich das Hessische Ministerium für Soziales und Integration eine Broschüre zum Thema Gemeinschaftliches Wohnen herausgegeben, in der auch das LebensAlter-Modell vorgestellt wird. In den Gesprächen der vergangenen Woche berichtete der Verein aber auch, dass sein langjähriges und mühsames Engagement  zunächst weder ideell noch erst recht finanziell gefördert wurde.

Selbst klamme Kommunen  könnten die Bemühungen von Bürgerinnen und Bürgern wenigstens durch Bereitstellung von Fachberatung oder Coaching unterstützten. Sie könnten – wie in Ginsheim-Gustavsburg geschehen - Kontakte zu Bauträgern und Investoren herstellen, Wohnprojekte rechtzeitig in Bebauungsplänen berücksichtigen oder Baugrundstücke günstig bereitstellen. Sie können auch dazu beitragen, dass die Vereine, die neue gemeinschaftliche Wohnformen initiieren und realisieren, endlich als gemeinnützig anerkannt werden. Immerhin handele es sich hier um eine gesellschaftliche Aufgabe und nicht nur um den privaten Spleen einiger Träumer. In seinem eigenen Umfeld will  sich der LebensAlter e.V. seinem Namen entsprechend auch weiterhin um den Dialog der Generationen bemühen. In diesem Zusammenhang wird er seine Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Schulen und der außerschulischen Jugendarbeit fortsetzen. 

Im Übrigen will der Verein dazu beitragen, dass alte Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Deshalb geht es z.B. auch um die Einrichtung von Pflegestationen, Demenzwohngruppen und anderen Maßnahmen im Wohnquartier. Für den LebensAlter e.V. liegt es auf der Hand, dass das vorhandene bürgerschaftliche Engagement vom Gesetzgeber wie von den zuständigen Behörden genutzt und stärker als bisher gefördert werden sollte. Die Verleihung des Deutschen Bürgerpreises im Jahr 2015 hatte der Verein als Ermutigung  verstanden, sich auch weiterhin in das gesellschaftspolitische Geschehen einzumischen.

Eben dies geschah in den  Gesprächen mit den vier Politikern. Gern folgt der LebensAlter e.V. auch den Einladungen anderer Gesprächspartner.